Künste und Wissenschaften reichen sich die Hand. Ihnen danken wir alles, sie sind die Wohltäter des Menschengeschlechts...Alle aufgeklärten Fürsten haben die beschützt, deren gelehrte Arbeiten dem menschlichen Geist zu Ehren gereichen. In unsren Tagen ist es so weit gekommen, dass eine Regierung in Europa, die die Ermunterung der Wissenschaften und Künste im geringsten verabsäumte, binnen kurzem um ein Jahrhundert hinter ihren Nachbarn zurückstehen würde.
Friedrich der Große, 1772

Markenzeichen seiner Stadt, einst erster Bürger, heute beliebtes Mitbringsel: Friedrich der Große, dutzendfach als Souvenir.
Was wäre Potsdam ohne Friedrich den Großen? Ohne seine Lust, aus dem „elenden Nest“ an
der Havel etwas zu machen. Und
ohne seine Ideen von dem, was einmal werde, aufgeklärt und sans souci?
Was wäre Potsdam ohne seine sprichwörtliche Toleranz? Was wäre
Potsdam ohne die Weitsicht seiner Babelsberger, die ein kleines Hollywood
schufen, mitten im märkischen Sand? Was wäre Potsdam ohne den
Forschungsdrang seiner Wissenschaftler, Einsteins Erben, die von dieser
Stadt aus Fragen stellen und beantworten, die die Welt bewegen.
Was wäre Potsdam ohne seine Bürger, die nach der Wende angepackt
haben. Die nach vorn geschaut haben: Was für ein herrliches, verfallenes,
schützenswertes Erbe. Ihnen verdankt es die Stadt, dass Schlösser
und Gärten stehen, Stadttore und Villen in neuen Glanz erstrahlen,
dass dem Pfingstberg sein Belvedere und dem Alten Markt sein Fortunaportal
zurückgegeben wurden.
Warum kamen Softwareentwickler wie Hasso Plattner ausgerechnet nach Potsdam?
Warum gründeten sie ausgerechnet hier ihre Denkfabriken? Warum kommen
die Designer von Volkswagen hierher? Warum entwickeln sie ausgerechnet in
Potsdam das deutsche Fahrzeugdesign der Zukunft?

Um Potsdam herum entstand ein Kranz ausgedehnter Gartenanlagen: Blick von der Glienicker Brücke auf den Schlosspark Babelsberg.
Es ist der Weitblick, der sie
alle einte und eint. Die Vision. Die Vorstellung davon, wie die Welt einmal
aussehen soll. Hier in Potsdam wird voraus gedacht. Das war zu Friedrichs
Zeiten so, zu Einsteins, und es ist heute so. Es muss ein Mix aus Landschaft
und Menschenschlag sein, aus Gegebenem und Erarbeitetem, eine Melange aus
preußischem Lebensmut und italienischer Lebensart: Potsdam weckt Visionen.
Aus Visionen schöpfen diese Stadt und ihre Bürger Kraft. Aus dem
Wissen um visionäres Handeln in der Vergangenheit schöpfen sie
Mut für die Zukunft. Potsdams Blick in das Jahr 2010 ist ein Blick
zurück nach vorn.
Diese Visionen machen Potsdam zur idealen Kulturhauptstadt Europas. Denn
nur da, wo Ideen entstehen, ist Kultur. Und nur inmitten von Kultur können
neue Ideen entstehen und reifen.
Europäische Kultur braucht Visionen, Potsdam weckt Visionen. Das macht
die Stadt einzigartig. Und darum ist Potsdam die ideale Kulturhauptstadt
Europas.