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Erlebt - Erzählt: 16. Februar Jaroslava Moserová aus Tschechien


"Wir lebten wie Tiere im Zoo. Wir wussten, wir würden nicht verhungern, wir hatten einen Unterschlupf und wir waren sicher, so lange wir die Regeln befolgten. Wenn ein Zoo aufgelöst wird, sind es die Raubtiere, die als erste die neue Freiheit nutzen oder missbrauchen, während die zarteren Tiere sich eher in Ecken oder im Schatten verstecken. Einige mögen sogar denken, dass es hinter Gittern besser war und vergessen den Gestank und den Verlust der Würde."

Sie ist Politikerin und Schriftstellerin, Ärztin und Übersetzerin, Diplomatin und Professorin an der Prager Karls-Universität. Frau Prof. Jaroslava Moserová wurde 1930 in Prag geboren und ging mit 17 erstmalig in die USA. Zurück in Prag studierte sie Medizin, spezialisierte sich auf plastische Chirurgie und kümmerte sich 30 Jahre lang um die Heilung und medizinische Versorgung von Verbrennungsopfern – bis zur „Velvet Revolution“ 1989. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ging sie in die Politik. Jaroslava Moserová wurde bei den ersten freien Wahlen in den damals noch tschechoslowakischen Nationalrat gewählt. 1991 wurde sie als Botschafterin nach Australien und Neuseeland geschickt. Zwei Jahre später, nach der Teilung ihres Landes, kehrte sie zurück nach Europa, übernahm führende Positionen bei der UNESCO. 1996 wurde sie in den Senat der Tschechischen Republik gewählt und blieb Senatorin bis zum Herbst des vergangenen Jahres. 1999 bis 2001 war sie zudem Präsidentin der Generalversammlung der UNESCO und erhielt im vergangenen Jahr den Order of Merit von Jaques Chirac. Jaroslava Moserová ist außerdem Künstlerin: Sie hat zwei Drehbücher geschrieben, zwei Theaterstücke und ein sehr erfolgreiches Buch mit Kurzgeschichten, ist Mitglied des internationalen Schriftstellerverbandes PEN. Zudem hat sie mehr als vierzig englischsprachige Erzählungen und Bücher in ihre Muttersprache übersetzt.
Partner: Potsdam 2010, mit freundlicher Unterstützung des Potsdam Museums

Moderator: Hermann Rudolph

am Mittwoch, 16. Februar 2005, um 19.00 Uhr
im Potsdam-Museum, Gedenkstätte Lindenstr. 54, 14467 Potsdam
Der Eintritt ist frei.
Anmeldung für Pressevertreter formlos unter info@b2-berlin.de oder per Fax 97004834

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