KulturhauptstadtPotsdam2010

Internationales Kultur-Netzwerk

Europakarte

Städtepartnerschaften

In einer Welt, in der räumliche Entfernungen virtuell überbrückt werden, Menschen verschiedener Kontinente online rund um die Uhr Informationen und Erfahrungen austauschen können, bleibt dennoch der persönliche Kontakt unersetzlich. Aufgrund der historischen Verflechtungen und Entwicklungen als preußische Residenzstadt zum einen, und als Stadt im Verbund der sozialistischen Staaten verfügt Potsdam über zahlreiche Kontakte sowohl im kulturellen, wirtschaftlichen als auch wissenschaftlichen Bereich insbesondere nach Osteuropa. Diese haben sich in den letzten Jahren nicht nur gefestigt, sondern wurden auch intensiv genutzt und erweitert. Gerade im schulischen und studentischen Umfeld findet sich eine dichte Fülle an Kontakten und Austausch, was ein gutes Zeichen für die Zukunft einer toleranten, weltoffenen und friedliebenden Gesellschaft ist.
Städtepartnerschaften werden gerne als Mittel zur Pflege von internationalen Beziehungen etabliert. Allerdings erfordern diese, wenn sie tatsächlich Früchte tragen und nicht nur die Schautafel am Stadteingang dekorieren sollen, intensive Pflege und jahrlange Bemühungen von beiden Seiten. Potsdam hat sieben Partnerstädte in Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Polen, der Schweiz und den USA, die alle durch Vereine, die sich speziell einer Partnerschaft verpflichtet haben, getragen und gepflegt werden – und das mit erstaunlichem Erfolg!

Opole:
Die Städtepartnerschaft zum polnischen Opole besteht seit über 30 Jahren ist die aktivste und stabilste Beziehung, die Potsdam pflegt. In diesem Jahr wurde sie für die beste deutsch-polnische Städtepartnerschaft 2004 durch den polnischen Kultusminister über die Grenzen hinweg ausgezeichnet.
Schon seit den späten 60er Jahren wurden die ersten Beziehungen zu der Hauptstadt der Wojewodschaft Opolskie, auf dem ehemals schlesischen Gebiet Polens, geknüpft. Was mit gegenseitigen Besuchen zweimal im Jahr begann, wurde 1973 durch ein offizielles Abkommen besiegelt. Die Städtefreundschaft hat schon viele bewegende Ereignisse hinter sich. Mit der Verhängung des Kriegszustandes in Polen, 1981 bis 1983, und auch durch die Umwälzungen in beiden Ländern 1989/90 wurde eine Aufrechterhaltung der Partnerschaft schwer. 1993 wurde zwischen beiden Städten eine inhaltlich neue und verstärkte Partnerschaft beschlossen.
Wie groß die Anteilnahme und wie stark die Beziehungen sind, zeigt die große Unterstützung für Opole nach der Oderflut von 1997, die die Stadt schlimm traf. Die Potsdamer unterstützten mit mehrere Hilfstrupps, zum Beispiel der Feuerwehr, die polnischen Freunde. Bürgersammlungen brachten ein Erlös von 90 000 Euro und es konnte ein Kindergarten wieder ausgerüstet werden, um nur einen Teil der vielfältigen Hilfen zu nennen.

Perugia:
Eine Handvoll italienbegeisterter Potsdamer initiierten gleich nach dem Fall der Mauer die Städtepartnerschaft zwischen Perugia und Potsdam.
„Il Ponte“, die Brandenburgische Gesellschaft der Freunde Italiens kümmert sich um eine menschliche Ausgestaltung der Partnerschaft. Im Juni 1990 gegründet, ist sie eine gemeinnützige und unabhängige Kulturgesellschaft, die „Il Ponte“, die Brücke, zu ihrem Symbol und zugleich Programm gemacht hat. Mit viel Freude und Engagement werden Brücken zu Institutionen und Vereinen, aber besonders auch zu den Menschen der beiden Städte gebaut.
So werden zum Beispiel gemeinsam mit der italienischen Gesellschaft „Mano nella Mano“ (Hand in Hand) gegenseitige Besuche von Menschen mit Behinderung organisiert, die auf viel Freude und Interesse treffen. Abwechselnd werden durch Künstler der beiden Städte auch Kalender zum Thema Potsdam/Brandenburg bzw. Perugia/Umbrien gestaltet, die den Menschen die beiden Städte näher bringen. Das partnerschaftliche Spektrum reicht von Buchvorstellungen über Kochkurse bis hin zu den Wochen italienischer Kultur auf der Bundesgartenschau 2001.

Bonn:
Was 1988 unter sozialistischen Regime mit streng reglementierten Besuchen Einzelner begann, wuchs nach der Einheit zu einer lebendigen Städtepartnerschaft. Seit 1990 kümmert sich der Bonn-Club in Potsdam und der Potsdam-Club in Bonn um die lebhafte Ausgestaltung der Partnerschaft. So wird der Tag der Deutschen Einheit immer zusammen gefeiert, abwechselnd in Bonn bzw. Potsdam. Ein Tennisturnier und Ruderwettbewerbe der Jugendgruppen sorgen dafür, dass auch der Sport nicht zu kurz kommt. Darüber hinaus werden Reisen, gemeinsame Radtouren und historische Veranstaltungen im Rahmen dieser lebendigen Nachbarschaft organisiert.

Bobigny:
Seit 1974 besteht die Partnerschaft zwischen Potsdam und der Stadt Bobigny im Nordosten von Paris.
Auf Potsdamer Seite kümmert sich die Deutsch-Französische Gesellschaft um den partnerschaftlichen Austausch, die darüber hinaus auch partnerschaftliche Beziehungen nach Versailles pflegt. Gymnasien pflegen, wie auch zu den Partnerstädten Jyväskylä, und Sioux Falls, Kontakt und organisieren regelmäßigen Schüleraustausch.

Sioux Falls:
Die Städtepartnerschaft besteht seit September 1990 und war damit erste, einzige und letzte Städtepartnerschaft zwischen einer Stadt in der noch-DDR und den USA. Bekannt ist die Stadt durch die in Stein geschlagenen Präsidentenköpfe von Mount-Rushmore und das Denkmal für den Indianer Crazy Horse. Kontakte bestehen zwischen Schulen beider Städte, zwischen der Universität Potsdam und dem Augustana-College, zwischen den Verwaltungen und den Partnerschaftsvereinen beider Städte. Seit 1998 kommen regelmäßig Studentengruppen aus Sioux-Falls zu mehrtägigen Aufenthalten nach Potsdam.

Luzern
Erst seit 2002 sind Luzern und Potsdam durch eine Städtepartnerschaft miteinander verbunden. Im Oktober 2002 wurde der Freundeskreis Potsdam-Luzern aus der Taufe gehoben. Sein Ziel ist es, die Städtepartnerschaft mit Leben zu erfüllen. Bislang sind die Kontakte sportlicher Natur, die insbesondere von der Rudergesellschaft und dem RC Germania unterhalten werden.

Jyväskylä
Die Kontakte zwischen Potsdam und Jyväskylä wurden 1985 angebahnt. Seit vielen Jahren kümmert sich der Freundeskreis Potsdam - Jyväskylä um die Ausgestaltung der Kontakte zur finnischen Partnerstadt. Die nördlichste Partnerstadt pflegt Kontakte mit einem Gymnasium und der Universität Potsdam.

 

Universitäre Kontakte:

Universität Potsdam:
Die Universität Potsdam verfügt über ein sowohl breit gefächertes, vor allem aber qualitativ sehr wertvolles internationales Netzwerk. Mit ihren 26 Hochschulpartnerschaften, die von New York bis Hanoi und von Southampton bis Kairo fast die ganze Erdkugel umspannen, fördert die Universität den kulturellen und geistigen Austausch des wissenschaftlichen Nachwuchses und leistet wertvolle Forschungsarbeit. Traditionell liegt der Schwerpunkt der Zusammenarbeit bei den Hochschulpartnerschaften in Osteuropa. Die zahlreichen Partnerschaften in Polen, Russland, Weißrussland, Tschechien und Bulgarien belegen dies eindrucksvoll. Hinzu kommen zehn weitere Fakultätspartnerschaften.
Besonders stolz ist die Universität Potsdam auf eine Kooperation mit der Universität Szeged in Ungarn. Der Studiengang „Deutsches Wirtschaftsrecht“ wird dort durch das Institut für Europarecht in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam angeboten. Die einzelnen Vorlesungen werden monatlich von Potsdamer Hochschullehrern und wissenschaftlichen Mitarbeitern an der Universität Szeged angeboten.
Mit Frankreich, genauer mit Paris-Nanterre, verbindet die Universität Potsdam ein wohl einzigartiges Projekt. Der integrative deutsch-französische Jura-Studiengang bietet Studierenden die attraktive Möglichkeit ein Doppeldiplom zu erwerben – einen französischen sowie einen deutschen Studienabschluss. So tauschen jährlich rund 60 Studenten beider Länder die Universität. Für zwei Jahre lernen sie dann in Paris, bzw. in Potsdam nicht nur die Kniffe der Rechtswissenschaften sondern auch die der jeweiligen Sprache.
Auch die mathematisch- naturwissenschaftliche Fakultät forscht im Rahmen eines internationalen Netzwerkes. Zusammen mit den Universitäten in Florenz, Genf, Navarro, Madrid, Lissabon, Krakau und dem Weizmann Institut in Israel, wird an der Synchronisation und Steuerung von Chaos in physikalischen Systemen gearbeitet.

Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf:
Um die Studierenden schon frühzeitig mit der Medienwelt in Kontakt zu bringen, unterhält die Hochschule vielfältige Außenbeziehungen. Arbeitskontakte gibt es zu allen nationalen und mehreren internationalen Medienhochschulen. Außerdem ist die Hochschule Mitglied in nationalen und internationalen Vereinigungen. HFF-Studentenfilme werden intensiv ausgewertet und auf Festivaltour geschickt. Ob in Kiew, Woodstock, St. Pölten oder Odense, Rom, St. Petersburg, Maastricht oder Los Angeles - die Filmemacher sind jährlich auf etwa 200 nationalen und internationalen Festivals präsent und geben damit weltweit einen beispielhaften Eindruck von der Arbeit des deutschen Film- und Fernsehnachwuchses, was die Anzahl der Auszeichnungen eindrucksvoll belegt. Konkrete Kooperationen bestehen bereits mit ausländischen Hochschulen wie der Universität für Musik und Darstellende Kunst, Wien, der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Luzern, der Northern School of Film and Television, Leeds, dem Hanoi Theatre and Cinema College, Hanoi, der La Escuela Internacional de Cine y Televisión, Havanna,dem Russian State Institute of Cinematography (VGIK), Moskau, sowie der Beijing Broadcasting University (BBU), Peking.

Fachhochschule Potsdam:

Mit insgesamt 46 Hochschulen bestehen bislang vertragliche Vereinbarungen zur internationalen Kooperation in Lehre und Forschung, insbesondere zur Mobilität von Studierenden und Lehrenden. Über eine Vielzahl europäischer Kontakte im Rahmen des Sokrates-Programms der EU ist es der Fachhochschule gelungen Kooperationen mit dem DAAD, der Carl-Duisburg-Gesellschaft, British Council, Amerika-Haus, Fulbright Kommission und den ansässigen Botschaften aufzubauen. Mit einer Vielzahl erfolgreich platzierter Stipendiaten, die auch als Multiplikatoren an unterschiedlichen Hochschulen und Praxiseinrichtungen im Ausland wirken, konnte die Hochschule inzwischen internationalen Ruf erlangen. Dass die FH Potsdam als einzige Fachhochschule, neben zehn Universitäten und einer Kunsthochschule, eingeladen wurde, im Deutschen Pavillon bei der Biennale Venedig auszustellen, bestätigt dies eindrucksvoll.

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